Sandra von Ruffin in Der Traum von Olympia

Tod und Spiele Vor 80 Jahren feierten die Nazis ihre Olympischen Spiele in Berlin. Hinter den schönen, Fassaden tobte schon der perfide Terror.

Sandra von Ruffin Neu ist die Erkenntnis nicht: Die Olympischen Propagandaspiele von 1936 in Berlin waren hohler Schein und blanker Terror. Die Nazis putzten sich und ihre Hauptstadt heraus, um der Welt ihre Stärke zu demonstrieren. Ein mörderisches Terrorregime benutzte ein globales Sportereignis als Propagandamaschine.

Im Olympischen Jahr 2016 (am 5. August beginnen die Spiele in Rio) erinnert das Erste an diese Nazi-Spiele auf besondere Art und lässt zwei Protagonisten von einst ihre Sicht der Dinge schildern: Zum einen die beste deutsche Hochspringerin Gretel Bergmann, zum anderen den überzeugten Nazi Wolfgang Fürstner. Der Hauptmann war als Kommandant für das Olympische Dorf zuständig.

Sandra von Ruffin spielt die Hochspringerin Gretel Bergmann. Die war, als jüdische Sportlerin, bald in Berlin unerwünscht, trainierte in London weiter, sollte aus Propagandagründen doch für Deutschland starten, wurde wenige Tage vor Beginn der Spiele wieder ausgeladen. Sandra von Ruffin, Tochter der Schlager-Ikone Vicky Leandros, kommentiert die dokumentarischen Bilder, spielt in nachgestellten Szenen die damals talentierteste Hochspringerin Deutschlands, der der sportliche Karrierehöhepunkt verweigert wurde. Ihr Leben wurde übrigens schon einmal filmisch dargestellt: 2009 im Kinostreifen „Berlin 36″.

Simon Schwarz kommentiert die Bilder als Offizier Fürstner, der wegen seiner jüdischen Herkunft am Ende ebenfalls zum Verstoßenen wird. Er baut die erzählerische Ebene des Dokudramas aus, indem er sich immer wieder direkt an die Kamera wendet. Ihm gehören die ersten und letzten Szenen des Films, die sinnbildlich sind für das Ende eines olympischen Traums, der nie einer gewesen ist.

Der Traum von Olympia – Die Nazi-Spiele von 1936. Am Montag um 21 Uhr 45 in der ARD.

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