Gisela Schneeberger – Ladylike, Jetzt oder nie

Gisela SchneebergerIn der Komödie Ladylike – Jetzt oder nie lässt Gisela Schneeberger ihre rebellische Seite raus. In einem Interview verriet sie, ob sie privat genauso ist. Und warum sie Ingmar Bergman einen Korb gab

Von Gerhard Polt und der bayrischen Sketch-Serie “Wia im richtigen Leben” hat sich Gisela Schneeberger längst emanzipiert und beeindruckt in Frauenrollen zwischen Komik und Tragik wie in “Ladylike”. Mit einem Interview sprach Gisela Schneeberger über ihre Rolle, verpasste Gelegenheiten und rebellische Momente.

Wie viel Anneliese steckt in Ihnen?
Ich bin keine Messie-Frau, im Gegenteil. Aber in ihrem Rebellentum hat sie schon was von mir.
Wann werden Sie rebellisch?
Eigentlich immer, wenn so eine Autorität mir etwas aufdrücken will.
Wo nehmen Sie die Energie her?
Ich find’ mich gar nicht so energiereich. Ich sehe immer, dass andere viel mehr Energie haben. Ich find’ mich sogar stinkfaul.
Das Kostüm, das Sie im Film tragen, ist absolut hinreißend …
Ja, das war ganz wichtig. Auch dass die Figur so dick ist und so einen Hängebusen hat und sich so durch die Welt boxt. Das ist schon die halbe Anneliese. Oder vielleicht sogar die dreiviertelte.
Läuft man Gefahr, übers Ziel hinauszuschießen?
Ja, aber das finde ich nicht schlimm. Ein niveauvoller Lacher ist besser, als wenn alles zu brav und realistisch ist. Ich finde sowieso: Unterhaltung ist das Wichtigste.
Haben Sie wie Anneliese schon mal etwas geklaut?
Ich gestehe, als ich 16, 17 war: eine Lampe. Aber ich kann’s keinem empfehlen. Es wäre ja so peinlich, wenn man erwischt würde.
Die Frauen erfüllen sich “letzte” Wünsche. Welche wären Ihre?
Ich habe eigentlich nie Ziele gehabt. Ich lasse das so auf mich zukommen. Es hat sich auch bei mir immer alles von selber ergeben..
Immer zum Guten?
Na, es waren auch ein paar Niederlagen dabei, aber da wächst man dran. Ich habe zum Beispiel mal dem Ingmar Bergman ein Projekt abgesagt, weil ich da grad in Urlaub fahren wollte. Aber im Nachhinein wäre es natürlich toll gewesen.
Wie war die Zusammenarbeit mit Monika Bleibtreu?
Ganz toll, ganz großartig. Ich kenne niemanden, der sie ersetzen könnte.
Im Moment drehen Sie „Eine ganz heiße Nummer”. Darin praktizieren Sie und ihre Kolleginnen Telefonsex. Wie recherchiert man so eine Rolle?
(Lacht) Das haben wir den Regisseur auch gefragt. Bisher wissen wir noch nichts davon. Wir lassen uns überraschen.

“Ladylike – Jetzt oder nie”
Jahrelang haben sich die chaotische Anneliese und die biedere Lore nicht gesehen. Die eine frisch verwitwet, die andere gerade vom Mann verlassen, gründen die einst besten Freundinnen eine WG. Gemeinsam wollen sie sich ein paar Wünsche erfüllen und verpasste Erfahrungen nachholen. Allerdings fehlt dafür das Geld. Mit nicht ganz legalen Mitteln versuchen die beiden, sich über Wasser zu halten. In den Hauptrollen der IngridNoll-Verfilmung brillieren Gisela Schneeberger als Anneliese und die 2009 verstorbene Monika Bleibtreu als Lore. Die Chemie zwischen den beiden stimmt: Schneeberger verleiht der Komödie mit frechen Ausbrüchen und in schriller Kleidung eine heitere Skurrilität, Bleibtreu bildet einen dezenten Gegenpart als aufblühende graue Maus. Hinreißend.

Auf dem Bild: Gisela Schneeberger, links – Monika Bleibtreu, rechts

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