Es war das etwas andere Talkformat: Bei “Annemie Hülchrath — Der Talk” (2002 bis 2004 im WDR) waren die Gesprächspartner von Cordula Stratmann offener — davon ist die Kabarettistin überzeugt: “Es hatte auf jeden Fall etwas Wahrhaftiges und wirklich Echtes, und es war vollkommen absurd — mit einer Kunstfigur zu sprechen, die man aber nach zwei Minuten ernst nimmt”, sagte die 47-Jährige in einem Interview. “Da sind die Gäste noch einmal anders gefordert. Die können da eben nicht wie bei Kerner, Maischberger und wie sie alle heißen ihre immer gleichen Antworten geben, sondern zeigen sich zwangsläufig mehr selbst.” Sie finde Talkformate total spannend, aber nicht solche, wie man sie immer zu sehen kriege. Ein Gespräch von Annemie Hülchrath mit Angela Merkel, Joachim Löw oder Herbert Grönemeyer im Stil der Sommerinterviews, “da hätte ich großen Spaß dran”. Deshalb würde sie ihre Show gerne wiederaufleben lassen. Beleben würde es die TV-Landschaft auf jeden Fall.

Gleich lachst du dich kaputt! Cordula Stratmann und Annette Frier führen Privatgespräche im deutschen Fernsehen
Wir müssen reden! — und zwar was das Zeug hält. Das neue Format läuft ab dem 27. August immer freitags um 22.15 Uhr auf Sat.1. Darin treffen sich die Busenfreundinnen Cordula Stratmann und Annette Frier einmal wöchentlich bei ihrem Kölner Lieblingsitaliener, um echte Frauengespräche über Kinder, Kerle und den Jobfrust zu führen. Cordula Stratmann alias Cordula verkörpert die Assistentin eines Hörbuchverlags, liiert, kein Kind. Annette Frier alias Annette ist eine Physiotherapeutin mit Kind, aber ohne Mann. Eine Kombination, die viel Stoff hergibt. Das Konzept zur Sendung stammt von Stratmann und Frier selbst. Das Thema ihrer 30-minütigen Improvisation erhalten die beiden “Schillerstraße”-Veteraninnen kurz vor Beginn der TV-Aufzeichnung. Daraus ergibt sich ein Schmunzel-Marathon mit kleinen und großen Wahrheiten über das Leben der Frau von heute.
Freundschaft
Vor zehn Jahren haben sie sich die zwei Rheinländerinnen während ihrer gemeinsamen Zeit bei der “Wochenshow” kennengelernt und sind seitdem gut miteinander befreundet. Das nehmen die beiden Damen nun zum Anlass, ein kleines Stück Privatleben ins Fernsehen zu bringen. Zumindest privates Verhalten bekommen die Zuschauer zu sehen, aber “warum wir Freundinnen sind, das ist in unserem Herzen”, betont Stratmann in einem Interview. “Ich habe großen Spaß daran, dass das so aussieht, als seien wir ganz privat miteinander. In unseren Figuren sind wir das auch. Aber ohne Zuschauer sieht meine Privatheit mit Annette doch noch anders aus.”
Improvisation
Die gebürtige Düsseldorferin und ehemalige Sozialarbeiterin, die gerne mal mit George Clooney einen Rhein-Ruhr-Tatort drehen würde, gilt als Meisterin der Improvisations-Comedy. Für Stratmann irgendwie nahe liegend, schließlich kann man privat täglich üben. “Das ganze Leben ist improvisiert. Wir wachen morgens als Improvisationskünstler auf, hangeln uns durch den Tag und gehen nach der Vorstellung ins Bett.”
Beruflich brauche das Improvisieren eine ganz besondere Energie. Beim Arbeiten nach Drehbuch verteile sich die Verantwortung auf viele Schultern. “Da gibt es einen Regisseur, einen Autor. Es ist eine Geschichte, die ich umsetze, aber nicht selbst gestaltet habe. Beim Improvisieren bin ich jeden Moment für mich selbst zuständig.” Insofern widersteht Stratmann auch der Versuchung, sich vor der Sendung mit Annette witzige Situationen zu überlegen. “Vorbereitung auf besonders lustige Momente zerstört die Improvisation. Dann würde sich nichts entwickeln, aber gerade darauf muss man vertrauen, dass man sich in einen Fluss begibt. Es ist nicht unser Ziel, tolle Gags zu zünden”, sondern dem Publikum ein Dauergrinsen ins Gesicht zu zaubern.
Witze
Alles, was sie beim Improvisieren sagt, komme aus ihr selbst heraus. Stratmann mag diesen Moment, in dem etwas entsteht. “Aufgeschriebene Witze finde ich meistens nicht lustig. Diese Art zu arbeiten, reizt mein Lachzentrum nicht so sehr. Am Witzeerzählen finde ich lediglich komisch, mit welch kindlicher Erwartung der Erzähler sagt: Pass auf, gleich lachste Dich kaputt!. Über diese Ankündigung lach ich mich tatsächlich immer kaputt, da kann hinterher kein Witz mehr mithalten.”
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Annette Frier und Cordula Stratmann sind auch ohne Drehbuch gut. In ihrer Sitcom Wir müssen reden wird alles improvisiert.
Der Satz “Wir müssen reden” ruft bei den meisten unangenehme Gefühle hervor, denn oft folgt ein Streitgespräch. Nicht so bei Cordula Stratmann und Annette Frier, da folgt ein Spaßgespräch: “Wir müssen reden” ist der Titel ihrer neuen Improvisations-Sitcom.
Annette und Cordula spielen: Annette und Cordula. Die eine ist eine alleinerziehende Physiotherapeutin, die andere arbeitet bei einem Hörbuchverlag. Weil Annettes Babyphon nur ein paar Straßen weit reicht, gehen die beiden regelmäßig zum Italiener um die Ecke, um zu plaudern. Dort erhalten die Damen ein Einstiegsszenario, das sie von da an 30 Minuten lang in jede erdenkliche Richtung lenken dürfen.
Zum Auftakt soll ein Testergebnis Cordulas Familienplanung stark beeinflussen. Inwiefern, das darf sie selbst entscheiden — und lässt ihren Freund zeugungsunfähig werden. Das wiederum führt dazu, dass Annette Frier die physiotherapeutischen Fähigkeiten ihrer Figur ins Absurde steigert. Zwischendurch reizt Johannes von Bülow als radebrechender italienischer Kellner Stephano die Grenzen der deutschen Sprache aus.
Ein ernstes Wörtchen
Zugegeben, die erste Folge von “Wir müssen reden” ist noch etwas farblos. Nach einer halben Stunde hat man ein paar witzige Absurditäten und Albernheiten erlebt, mehr nicht. Aber die Damen zeigen bei der Profilierung ihrer etwas schrägen Charaktere Talent: Ruckzuck hat man ein Bild vom Leben der Mädels, ihren Macken und der Art ihrer Freundschaft vor Augen. Und schon in der zweiten Folge (3.9.) wird es richtig flott: Neben ihrem Gast Bastian Pastewka, der einen knochentrockenen Auftritt hinlegt, lassen sich auch Annette und Cordula nicht lumpen. Weitere Promi Gäste werden folgen. Schade, dass die Folgen so kurz sind. Da müssen wir noch mal ein ernstes Wörtchen reden.
Sexy Bild von Annette… Leider noch keine geilen Bilder von Cordula gefunden
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Durch ihr Mitwirken an der Sat.1-Improshow “Schillerstraße” ist Cordula Stratmann vor allem als Comedian bekannt. Doch nun wechselt sie in ein eher seriöses Genre. Für die WDR-Krimi-Produktion “Ein Fall für Fingerhut” schlüpft sie in die Rolle von Carla Fingerhut, die eine Gärtnerei betreibt und ganz nebenbei heimtückische Mordfälle aufklärt. Cordula Stratmann ist begeistert von ihrer neuen Rolle, wie sie in einem Interview verriet: “Carla ist neugierig, abenteuerlustig, intelligent und humorvoll. Eine richtige Miss Marple vom Niederrhein”.
Der erste “Fall für Fingerhut” wird voraussichtlich noch in diesem Herbst im Ersten ausgestrahlt. Hoffentlich mit guten Quoten. Denn Stratmanns Mut, sich in neue Gefilde zu wagen, sollte auf jeden Fall belohnt werden.
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Wie Komik das Leben der Moderatorin beeinflusste
Cordula Stratmann weiß auf jede Frage eine Antwort. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass besonders ihr schlagfertiges Redetalent verantwortlich für ihren Erfolg als Komödiantin ist. Doch seit letztem Jahr setzt die 1963 in Düsseldorf geborene Rheinländerin ihr Können auch in einem anderen Bereich ein: als Moderatorin in der Wissensshow “Das weiß doch jedes Kind”. Die Sendung startet nun in die dritte Staffel und beginnt mit einem Prominenten Special (Sendetermin: Freitag, 4. Juli, 20.15 Uhr, Sat.1) — dabei sind unter anderem Hannes Jaenicke, Andrea Sawatzki und Barbara Eligmann. Die Fernsehstars müssen sich den Fragen stellen, die den Schulstoff der Klassen eins bis fünf behandeln. Lampenfieber werden, mit Sicherheit alle haben, denn wie Cordula Stratmann in einem Interview verriet, haben natürlich auch Promis Angst, zu versagen: “Ich habe aufgrund dieser Angst jahrelang bei Günther Jauch abgesagt!”, so die aus der Improvisations Comedyshow “Schillerstraße” bekannte Komödiantin.
Zwei Jobs parallel
So ehrgeizig wie die Kinder, die in ihrer Show den Erwachsenen Hilfestellung geben, war Stratmann in der Schule nicht: “Nicht einen Tag lang, glaube ich”, überlegte die Mutter eines Sohnes. Erfolgreich war Cordula Stratmann trotzdem. Nachdem sie ihr Abitur in der Tasche hatte, studierte sie Sozialarbeit, um dann ab 1988 in einer Familienberatungsstelle zu arbeiten. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte die Sozialarbeiterin und Familientherapeutin 1992 als Annemie Hülchrath auf einer Kölner Karnevalssitzung, worauf sie drei Jahre später vom WDR engagiert wurde. Noch im selben Jahr begann sie ihre Arbeit als Moderatorin bei tm3 für die Show “Manngold”. Ein Jahr lang arbeitete Stratmann sowohl in der Familienberatungsstelle als auch im Fernsehen. Sie hatte sich komplett auf ein neues Leben eingelassen. Denn gerade das Unbekannte findet die Schwester zweier Brüder interessant: “Ich probiere immer gern was Neues aus — wie es sich anfühlt und was ich tun muss, damit es gut wird.” Für die nähere Zukunft hat sie noch keine konkreten Pläne. Zunächst wird man von ihr etwas lesen. Im August erscheint ihr Hypochonder-Buch “Ist dieses Buch ansteckend?”. Ohne einen Tick Komik geht es bei Cordula Stratmann eben doch nicht.





