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31. Aug. 2010

Dieter HallervordenDer Dessauer wird 75 und kehrt in seine künstlerische Heimat zurück

Er ist Komiker und Kabarettist — ein Mann, der wie kein Zweiter Grimassen schneiden und mit der Stimme jaulen kann. Dieter Hallervorden polarisierte einst das Publikum: Die einen liebten ihn, die anderen fanden das alles zu schrill, zu einfach gestrickt. Doch “Nonstop Nonsens” war der Unterhaltungsmeilenstein aus den späten 70er-Jahren. Er huschte mit Spitzenhäubchen über die Bühne oder fiel durch Türen und Scheiben. Am 5. September wird Dieter “Didi” Hallervorden, hoffentlich unversehrt, 75 Jahre alt. Das Erste würdigt den Künstler am Samstag, 4. September, um 22.45 Uhr mit dem Geburtstagsfilm “Der Überflieger”.
Hallervorden, 1935 als Sohn eines Flugzeugingenieurs in Dessau geboren, studierte Romanistik, Kommunikations- und Theaterwissenschaft in Berlin. 1958 flüchtete er über den Bahnhof Berlin Friedrichstraße in den Westen. Die DDR habe ihn geprägt. “Ich fühlte mich eingeengt in meinen Meinungsäußerungen und in meiner Art, das Leben zu gestalten. Heute würde ich mich als politischen Menschen bezeichnen, und die Wurzeln hierfür liegen in der damaligen Zeit”, verriet Hallervorden in einem Interview.

Riesending
In jungen Jahren hat Hallervorden die Aufnahmeprüfung am Max-Reinhardt-Seminar gemacht. “Abgelehnt, mangels Begabung!”, lautete das Urteil der Leiterin der Schauspielschule. Doch Aufgeben war nicht sein Ding. “Ich will und ich kann!” — das war und ist wohl sein Lebensmotto. Die Bretter der Theaterwelt lockten und er mauserte sich schnell vom Laienspieler an der Unibühne zum Kabarettisten mit eigener Truppe. “Die Wühlmäuse” leitet er bis heute.
Zahlreiche Fernseh- und Filmauftritte folgten. In Serien wie “Abramakabra” oder “Das Läster-Lexikon” zeigte er seine wahre Berufung. Sein Durchbruch kam 1975 mit “Nonstop Nonsens”. Die Serie sei aus einem Kabarettabend heraus entstanden. “Wir haben einfach mal rumgeblödelt. Dass daraus ein Riesending werden würde, hätte ich nie gedacht”, erzählte der Dessauer in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung im Juli letzten Jahres.

Risiko
Seiner Fernseherfolge zum Trotz: Den tollkühnen “Didi” gibt es nicht mehr. Hallervorden macht jetzt ernst und fängt noch mal von vorne an. Neben den “Wühlmäusen”, seiner künstlerischen Heimat, führt der vielseitige Bühnenveteran inzwischen das Berliner Schlossparktheater, das er auf eigene Kosten aufwendig renovieren ließ. Für seine Leidenschaft scheut Hallervorden weder Kosten noch Mühen. Das Risiko, dass er finanziell scheitern könnte, sei ihm bewusst. Aber was sein muss, muss sein. Denn er komme vom Theater und wolle zurück zu seinen Wurzeln.
Für seine handverlesenen Stücke hat er einige namhafte Schauspieler verpflichtet, unter anderem Katharina Thalbach, Hannelore Hoger und Michael Degen. Schließlich wollte er stets ein großes Publikum.
“Meine Entscheidungen habe ich oft aus dem Bauch heraus getroffen. Rückblickend war das gut so”, resümiert der Spaßmacher vom Dienst, der auch mit 75 “nicht aufs Abstellgleis” geschoben werden, sondern unser “Jubelgreis” bleiben will.

16. Aug. 2010

Mike KrügerDie Supernase hatte den richtigen Riecher und feiert mittlerweile sein 35-jähriges Bühnenjubiläum

Oft kommt es anders, als man denkt. “Ich hatte damals gar nicht vor, in Danny’s Pan aufzutreten. Ich habe da als Student der Architektur immer nur gesessen. Bis ein Freund sagte, Mensch da singst du doch auf jeder Semesterfeier lustiger. Ich habe dann Mein Gott Walther gesungen”, erzählte Mike Krüger in einem Interview. Das war vor 35 Jahren. Damit hat alles angefangen.

Inhalt verschleudert
Sein 35-jähriges Bühnenjubiläum begeht das Urgestein mit seinem neuen Programm „Is’ das Kunst, oder kann das weg?” — zwei Stunden lang eine bunte Mischung aus Stand-ups und erfrischendem Zwiegespräch mit dem Publikum. Mit dabei: die Gitarre. “Es stehen ein paar Umzugskisten auf der Bühne. Die packe ich aus und frage: “Ist das Kunst, oder kann das weg?”. In den Kisten sind Sachen, die uns beim Umzug von Quickborn nach Hamburg in die Hände gefallen sind.” So manchen Inhalt verschleudert Krüger auch an die Zuschauer — die müssen die Frisbeescheibe nur fangen.

Markantes Stupsnäschen
Michael Friedrich Wilhelm Krüger kam am 14. Dezember 1951 als “Frühchen” in Ulm an der Donau zur Welt — auf der Durchreise nach Hamburg. Aus dem süßen Stupsnäschen wurde im Laufe der Jahre eine markante “Supernase”. “Ich habe schon in der Schule versucht, meine bescheidenen Leistungen durch Einlagen wett zu machen. Bei den Mitschülern kam das gut an, vor allem, wenn ich bei Klassenausflügen zur Gitarre griff. Die Lehrer fanden das weniger amüsant.”

Falsche Schlange
1975 ergötzten sich die Hamburger Kneipengäste über seinen ersten öffentlichen musikalisch-komischen Erguss “Mein Gott, Walther”. Kurze Zeit später eroberte Krüger mit dem Lied Platz eins der Hitparade. Fünf Jahre später zog er mit dem “Nippel durch die Lasche” nach, was ihm die Goldene Schallplatte einbrachte. Rund 360 Lieder hat Krüger bei der GEMA angemeldet, die Texte entstehen oft als Folge alltäglicher Ärgernisse oder aus Beobachtungen heraus, “zum Beispiel am Fahrkartenschalter. Da drehte sich neulich ein Mann zu mir um und sagte: “Man steht immer in der falschen Schlange”. So etwas wird dann verarbeitet”.

Preise abgestaubt
Mit Thomas Gottschalk landete er Anfang der 80er-Jahre mit “Piratensender Powerplay” und “Die Supernasen” zwei Kinohits. TV-Sendungen wie “Vier gegen Willi” und “7 Tage-7 Köpfe” haben ihm eine große Fangemeinde eingebracht. Bambis, Goldene Löwen und andere Auszeichnungen müssen von seiner Frau Birgit abgestaubt werden. “Ich bin zum Glück mit einer Familie gesegnet, die mich genauso nimmt wie ich bin, als fröhlichen Menschen.”
Wenn “Mein Gott Walther” nicht so ein Erfolg gewesen wäre, würde Mike Krüger heute als Architekt Hochhäuser in Hamburg bauen. “Aber da das Lied überdurchschnittlich gut lief, habe ich gedacht, lässt du dich mal zwei Semester beurlauben. Dieser Urlaub dauert bis heute.”

2. Aug. 2010

Ralf SchmitzDer erfolgreiche Unterhaltungskünstler hat eine Mieze zur Muse

Ein Zappelphilipp des Privatfernsehens findet den Weg in die ARD. Ralf Schmitz konnte schon zu Schulzeiten nicht ruhig sitzen, begeisterte Kleinkunstfreunde mit dem Impro-Theater “Die Springmaus” und landete schließlich bei Sat.1, wo er zuletzt seine eigene ComedyShow “Schmitz in the City” präsentierte. Diesmal moderiert der quirlige Leverkusener zusammen mit Kim Fisher die Show “Die beliebtesten Sketche der Deutschen”, zu sehen am Donnerstag, 12. August, um 20.15 Uhr im Ersten. Nach dem Motto “wer viel zu sagen hat, sollte schnell sprechen” erzählt die Quasselstrippe im Interview, worüber die Deutschen lachen und was mit Schmitz’ Katze abgeht.

Herr Schmitz, scheut man die “gespielten Witze”, wenn man eher aus der Impro-Ecke kommt?
Ralf Schmitz: Ehrlich gesagt, nein. Oder vielleicht doch? Jetzt, wenn Sie es sagen. Ich habe mich nie in Zweifel gestürzt. Da sich selbst der große Altmeister (Loriot) an dieses Thema gewagt hat, dann darf man — in aller Bescheidenheit — keine Angst davor haben. Komisch ist komisch. Welche Variante man benutzt, die Leute zum Lachen zu bringen, ist unerheblich.
Bei solchen Jubiläumsreihen wird man nostalgisch. Wie wichtig waren die FernsehSketche für Sie früher selbst?
R. S.: Wir sind alle aufgewachsen mit Loriot, mit Otto und Jerry Lewis. Heinz Erhardt hat viele Sachen gemacht, die mich beeindruckten — man denke nur an den “G-Sketch”, in dem jedes Wort mit “G” beginnen muss. Ich habe früh angefangen, den Könnern auf die Finger zu schauen.

Beim Wort “Sketch” denkt man ja an etwas Schnelles und Temporeiches. Trotzdem gehören viel Zeitgefühl und Disziplin dazu …
R. S.: Ganz sicher! Sketche sind eine Verkleinerung der großen Welt auf ein Miniaturformat. Da hat man keinen großen ersten Akt, um in aller Ruhe alle Akteure vorzustellen. Es muss jeder Satz sitzen. Wenn nicht alles minutiös geplant ist, verpufft die Wirkung.
Wie sieht der hurederprozentige Gag aus, womit gewinnt man die Deutschen?
R. S.: Man kriegt die Deutschen mit ehrlichen Gags, die nicht krampfhaft irgendwelchen Vorbildern nacheifern.
Ist es dankbar, dass Deutschland ein Land mit so vielen Dialekten ist?
R. S.: Wunderbar. In dieser Hinsicht ist Deutschland köstlich vielfältig. Ich reise ja viel durch die Republik und liebe es, mich vor Ort an jeweils neuen Dialekten auszuprobieren. So etwas kommt natürlich gut an.
Womit kann man Sie zum Lachen bringen?
R. S.: Mit vielen Dingen. Jerry Lewis bringt mich immer zum Lachen. Meiner Katze gelingt das ebenfalls. Die ist mit 24 uralt und macht trotzdem nur Blödsinn. Katzen sind bekloppt, die bringen mich zum Wiehern.
Schmitz’ Katze taucht bei Ihnen häufiger auf. Ist das so eine Art Muse von Ihnen?
R. S.: Wahrscheinlich. Katzen sind so trocken wie sonst kaum ein anderes Tier. Die liegen einfach herum und genügen sich selbst. Katzen bringen eine Selbstverständlichkeit mit, und das macht das Zusammenleben mit ihnen einfach. Aber es stimmt: Meine Katze hat etwas von einer Muse — ihre Art inspiriert mich sehr.

17. Nov. 2009

Er ist ein Freund des Normalen. Deshalb lässt sich Bastian Pastewka für seine Sat.1-Comedysendung “Pastewka”, die freitagabends läuft, vom Alltag inspirieren. “Ich sauge manisch all jene Geschichten auf, die sich darum drehen, was man alles aus Konfliktvermeidung falsch macht”, sagte der Komödiant in einem Interview.
Gerne würde er mehr davon sehen: “Die angenehm unspektakuläre Story aus dem Alltag.” Dies hätten einst Serien wie “Kir Royal” oder “Familie Heinz Becker” abgebildet. Da habe er Menschen gesehen, die dem wahren Leben nahe waren.

2. Aug. 2009

oliver-pocherMutig, mutig!. Bei den Vorbereitungen der “Red Bull Cliff Diving Series”, einem Wettkampf der weltbesten Klippenspringer in Dubrovnik (Kroatien), stürzte sich Oliver Pocher (31) todesmutig von einer 15 Meter hohen Klippe. Mit den übrigen, durchtrainierten Sportlern konnte der Comedian dann aber doch nicht mithalten.

13. Okt. 2007

Geboren am 1.11.1972 in Berlin-Mariendorf

Man glaubt es kaum, aber Mario Barth war als Kind auf einer katholischen Privatschule. Davon ist auf der Bühne nichts zu merken. Respektlos zieht der Komiker sämtliche Klischees über zwischenmenschliche Beziehungen durch den Kakao. Und hat Erfolg damit.
Ob als Gast in der “Schillerstraße”, mit seinem Stand-UpProgramm (z.B. “Männer sind Schweine, Frauen aber auch!”) oder der eigenen Comedyshow “Keine Ahnung!”. Mario Barth gelingt es, mehrere Humorgenerationen vor dem Fernseher zu vereinen.

13. Okt. 2007

mario-barthMit seinen Geschichten von Männern und Frauen bringt Mario Barth ganze Säle zum Kochen. „Männer sind primitiv, aber glücklich” heißt seine aktuelle Show. Bei der steht ein ganz normaler Mann auf der Bühne

Sie wirken bei der Arbeit sehr natürlich, gar nicht verstellt. Wie viel Mario Barth steht auf der Bühne, und wie viel Mario Barth bleibt in der Garderobe?
Mario Barth: Der Schauspielerkollege Michael Gwisdek hat etwas sehr Geiles gesagt: “Das Schöne an Mario Barth ist: Ob er von der Bühne kommt oder man bei ihm zu Hause beim Grillen sitzt, er ist immer genauso Mario Barth.” Ich bin eben keiner, der sich überlegt, wie man reden muss, damit die Leute es toll finden.
Kann Ihre Freundin eigentlich über Sie lachen?
Mario Barth: Natürlich, das ist ja ganz wichtig in einer Beziehung. Mein Opa hat immer gesagt “Wenn du eine Frau mit Humor gewinnst, dann hast du die Hälfte der Miete im Sack”
Naja, bei dem, was Sie auf der Bühne so erzählen, könnte es ja sein, dass ihre Freundin nicht mehr lacht. Oder segnet sie das Programm ab?
Mario Barth.: Nee, das macht sie nicht. Sie ist sehr tolerant.
Fühlt sie sich denn manchmal heimlich beobachtet?
Mario Barth: Weiß ich gar nicht.
Ich würde mal fragen.
Mario Barth: Stimmt, muss ich mal machen.
Bei Ihnen geht’s immer um Mann und Frau …
Mario Barth: Ich erzähle halt vom Leben. Und da mein Leben zu 90 Prozent aus mir, meiner Freundin, meinem Freundeskreis und meiner Familie besteht und nicht aus Autowaschen und so, erzähle ich schon über “Mann und Frau”.
Schreiben Sie eigentlich dauernd an einem neuen Programm, innerlich?
Mario Barth: Ja. Auch äußerlich. Es kommt ganz oft vor, dass ich mich gerade unterhalte und mitten in der Unterhaltung ins Büro renne, mir einen Zettel hole und eine Überschrift schreibe.
Sie haben das sehr erfolgreiche Buch “Deutsch - Frau, Frau - Deutsch” herausgebracht. Sind weitere “Nachschlagewerke” geplant?
Mario Barth: Es ist ein neues Buch geplant, aber das ist noch nicht spruchreif, das dauert noch. Als nächstes großes Projekt - abgesehen von der DVD - kommt ein Kinofilm, bei dem ich das Drehbuch geschrieben habe.
Um was geht es denn?
Mario Barth: Es wird eine Tragikomödie mit wirklich tollen deutschen Schauspielern.
Und den Titel können Sie uns noch nicht verraten?
Mario Barth: Nein, weil es noch gar keinen gibt. Der Arbeitstitel ist “Kinofilm Drehbuch”.
Sehr komisch. Na gut. Wollen Sie irgendwann Kinder?
Mario Barth.: Natürlich will ich irgendwann Kinder, ich finde Kinder sind doch so was Schönes. Ich sehe das immer an meinen Brüdern, die haben alle Kinder.
Wie nennen Ihre Neffen und Nichten Sie denn? Super-Mario?
Mario Barth: Nee, die nennen mich Witzeerzähler. Die Kleine ist vier, die nennt mich Witzeerzähler, und die große nennt mich Mario. Onkel mit Vornamen. Onkel Mario.
Vielen Dank für das Gespräch, Onkel Mario!

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